Foto: Roman Jasiek / AVALOST / Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

Apple MacBook Pro 13″ mit M1-Chip: Ein Erfahrungsbericht

Hinsichtlich Technik (aber oft genug auch nicht nur da) treffen vor allem zwei Dinge auf mich zu: Neugier und Ungeduld. Ich kann mich schnell dafür begeistern, neue Gerätschaften auszuprobieren. Vor allem dann, wenn sie mit dem ikonischen Apfel versehen sind. Das hatte oft und lange genug berufliche Gründe, aber auch privat bin ich seit vielen Jahren so sehr im Ökosystem von Apple unterwegs, das ein Umstieg auf andere Lösungen mit einem Aufwand verbunden wäre, den ich nicht bereit bin, auf mich zu nehmen. Zu behaupten, im goldenen Käfig von Apple gefangen zu sein, wäre keine Falschaussage. So lange das aber für mich nicht mit spürbaren Nachteilen verbunden ist, bleibt das so. Mein anhaltender Ausflug in die Welt von Mac und Co. fingen 2006 an – just in jenem Jahr also, als Apple sich von den PowerPC-Prozessoren verabschiedete und auf Intel umschwenkte. Ein Paukenschlag war das damals, eine Zeitenwende nahezu, und sie machte mich neugierig. Vorher hatte ich, abgesehen von einem iPod Video und ein paar Stunden als Nutzer eines der ersten iMacs (Ihr erinnert Euch vielleicht noch an die transparent-bunten „Goldfischaquarien“) keine wirklichen Berührungspunkte damit. Das erste MacBook mit Intel-Prozessor änderte dies aber schlagartig. Und seitdem bin ich bei Apple zuhause – und nicht selten bin ich auch an vorderster Front dabei wenn es darum geht herauszufinden, was sich die Damen und Herren in Cupertino Neues ausgedacht haben. Das erste iPhone damals? Ja sichi. Das erste iPad? Logisch. Die erste Apple Watch? Na hömma! Der erste iMac mit 5k-Display, das erste MacBook Pro mit TouchBar, der Apple Pencil, MobileMe, iCloud und was weiß ich nicht noch alles? War alles wenigstens zeitweise Teil meines Haushalts. Die Spielsachen von Apple ziehen regelmäßig bei mir ein – und genauso regelmäßig auch wieder aus. Das hatte, wie gesagt, durchaus auch berufliche Gründe. Wenn man für autorisierte Reseller tätig ist, befasst man sich ohnehin anders damit als durchschnittliche Konsument:innen, nehme ich an. Nun hatte Apple auf der Keynote im Sommer verkündet, dass der nächste Zeitenwechsel bevorsteht: Die Umstellung auf eigene, ARM-basierende Chips. Und seit rund zwei Wochen sind nun also die ersten Geräte, die mit diesem M1 getauften Wunderwerk der Technik ausgestattet sind, verfügbar. Es sind dies ein MacBook Air, ein Mac mini sowie ein 13“ MacBook Pro. Überrascht Euch nach dieser Vorgeschichte sicher nicht, wenn ich Euch nun erzähle, dass der iMac, der bisher hier seinen Dienst verrichtete (27“ 5K von 2017) ausgezogen ist um Platz zu machen für eines dieser neuen MacBook Pro-Gerätschaften. Nach dem ich vor 14 Jahren mit einem MacBook Apples Systemwechsel mitgemacht habe, war es für mich nur konsquent und folgerichtig, das dieses Mal wieder zu tun. Nachfolgend möchte ich Euch meine bisherigen, ausschließlich subjektiven Erfahrungen mit dem neuen MacBook Pro schildern – für den Fall, dass Ihr auch mit dem Umstieg bzw. der Anschaffung liebäugelt.

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Es geht mir nachfolgend nicht darum, das Gerät in allen technischen Details zu beschreiben. Die ersten Benchmarks, welche die unfassbare Leistungsfähigkeit von Apples neuem Chip unter Beweis stellten, waren schon kurz nach der Präsentation der Geräte verfügbar. Entsprechend darauf fokussierte Technik-Blogs liefern Euch bei Bedarf sehr genaue Messwerte wenn es Euch darum geht, die Leistung des neuen Chips/der neuen Geräte schwarz auf weiß, am besten tabellarisch und gemessen mit entsprechenden Tools präsentiert zu bekommen. Ich muss sagen: mir persönlich sind die meisten Benchmarks ziemlich egal. Ob ein Gerät nun so und so viel tausend Punkte in dieser oder jener Performance bekommt, ist für mich nicht greifbar. Zwar verstehe ich schon, wenn ein Bericht mir erzählen will, dass M1 durchaus in die Nähe von Intels i9 kommt (oder, je nach Sachlage, diese sogar überflügelt), aber dennoch ist mir das herzlich egal. Ich habe keinen Mac Pro herumstehen oder reguläre Windows-Rechner, um Vergleiche zu ziehen. Wenn ich lese, dass 8K-Videos auf diesem oder jenem Gerät so und so viele Sekunden brauchen, um gerendert zu werden – prima, ist für mich persönlich aber auch völlig an der Realität vorbei. Zumindest an meiner. Wenn Ihr zu professionellen Anwendern gehört, für die 8K-Videos zum täglichen Geschäft gehören, dann mag das interessant sein – in meinen Anwendungsfällen ist es das nicht. Daher sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass auch dieser Artikel nur einer von vielen ist, die verschiedene Anwendungsszenarien schildern, aber nicht auf jede denkbare Situation eingehen können und wollen. Zieht Euch raus, was für Euch an Information wichtig und/oder nützlich ist und macht Euch dann, zusammen mit allen anderen verfügbaren Berichten, Eure Gedanken ob der Umstieg auf einen M1-basierenden Rechner (jetzt schon) die richtige Entscheidung für Euch ist.

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Für mich ist wichtig, und damit komme ich übrigens zu dem besagten Punkt Ungeduld, dass sich ein Gerät bei meiner Nutzung schnell anfühlt. „Denkpausen“, die ein Gerät einlegt und mich somit in meinem Arbeitsfluss ausbremst, gehen mir gehörig auf den Saque! Dass Apple schnelle Maschinen bauen kann, die auf Eingaben so fix reagieren, wie ich mir das vorstelle, stellen sie mit ihren jährlichen Updates bei iPhone und iPad unter Beweis. In meinem Haushalt werkeln neben dem MacBook Pro, auf dem ich diesen Artikel gerade tippe, ein iPhone XS sowie ein iPad Air der zweiten Generation. Beide für meine Zwecke (und mein Empfinden!) schnell genug. Die Erfahrung, welche die Ingenieur:innen in Cupertino mit den ARM-basierenden Handgeräten gesammelt haben, sollen sich nun also auch in den Notebooks und Desktop-Rechnern wiederfinden. Um das schon mal in den Raum zu stellen: Das tut es. Es ist eine Freude, mit dem MacBook Pro zu arbeiten!

Das MacBook Pro mit dem M1-Chip, dahinter das erste MacBook mit Intel-Prozessor. Dazwischen liegen mindestens 14 Jahre Entwicklung. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST / Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

Ich habe mich für das Grundmodell entschieden, sprich: 8 GB RAM, 256 GB Speicher. Wenn man sich für das Thema interessiert und die Kommentarspalten einschlägiger Blogs und Nachrichtenseiten verfolgt, scheint da gerade so etwas wie ein Glaubenskrieg darüber zu entbrennen, ob 8 GB nicht vielleicht ein bisschen zu knapp dimensioniert sind. Der iMac, den ich zuvor mein Eigen nannte, war mit satten 40 GB RAM ausgestattet. Nach einigen Tagen mit dem MacBook Pro komme ich aber zu der Ansicht, dass ich von diesen 40 GB vermutlich außer beim Zocken unter Windows (via Bootcamp) nie davon wirklich Gebrauch gemacht habe. Photoshop und Lightroom rennen auch unter dem MacBook Pro erstaunlich gut mit Fotos, die aus einer Spiegelreflex mit 24,7 Megapixel kommen. Und das trotz der Übersetzung der Apps mittels Rosetta 2. Dazu aber später mehr. Da ich keine Filme in 8K schneide, höchstens mal kurze Clips in 4K, aufgenommen mit dem iPhone, und auch musikalisch unter Null begabt bin, glaube ich ernsthaft derzeit nicht, selbst die Grundausstattung mit meinem täglichen Tun an die Grenzen zu bringen.

Ein MacBook Pro aus dem Modelljahr 2012 und der neue Flitzer. Auch hier liegen nicht nur Jahre der Entwicklung dazwischen, sondern hinsichtlich der Performance ganze Welten. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST / Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

Die Ersteinrichtung des MacBooks ging, wie nicht anders zu erwarten, ziemlich flott vonstatten. Es ist schon spürbar, dass die Benutzeroberfläche einen Ticken zügiger reagiert als damals beim iMac. Ich will nicht sagen, dass der iMac langsam war – wenn der mit seinem FusionDrive erst einmal in Fahrt gekommen ist, rannte der auch wie die wilde Wutz! Die Unterschiede sind beinahe unmerklich, aber eben doch da. Es mag auch daran liegen, dass Apples aktuelles Betriebssystem Big Sur vermutlich direkt mit dem M1 im Hinterkopf entwickelt wurde – und ebenso vermutlich entsprechend daraufhin optimiert. Das aber ist reiner Spekulatius. Unterm Strich ist das Book ziemlich schnell ziemlich startklar und wartet darauf, Dinge zu tun. In meinem Fall: jede Menge Anwendungen installieren. Das Office-Paket von Microsoft gehört dazu sowie die Creative Cloud-Version für Fotografen von Adobe, sprich Photoshop und Lightroom sowie Acrobat DC. Die gängigen Browser Chrome und Firefox, Tonality (für die einfache Schwarzweißwerdung meiner Fotos für meinen Instagram-Account Monochrome Reflections, das Schreibprogramm Ulysses (dort schreibe ich meine Texte immer vor, ehe ich sie hier im Blog einpflege) sowie unter anderem auch die Sicherheitsprogrämmchen RansomWhere und Lulu von Objective See. Es ist in Summe einiges an Werkzeugen, die jedes Mal wieder mit an Bord müssen. Man hat eben so seine Gewohnheiten, nech.

Nach Abzug aller Programme (und der Daten, die mir die iCloud via iCloud Drive offline verfügbar gemacht hat), sind Stand heute noch rund 108 GB frei. Und was soll ich sagen? Mehr wird es auch nicht. Bzw. weniger. Wie eben erwähnt, nutze ich die iCloud. Ich habe den 2 TB-Speicherplan gebucht, in welchen ich gleichermaßen meine Fotos (via der Fotos-App) sowie auch alle Daten und Dokumente auslagere. Damit ich eben auch unterwegs mittels iPhone alles verfügbar habe, was ich so brauchen könnte. Darüber hinaus nutze ich Acrobat nebst Document Cloud; dort landen alle gescannten Dokumente. Und durch das Office-Paket hätte ich zur Not auch noch ein 1 TB OneDrive zur Verfügung. Die Creative Cloud bringt auch noch einmal 1 TB für Fotos mit. Und wenn das dann immer noch nicht reicht – für kleinere Transfers ist da auch noch die Dropbox mit rund 7 GB Speicher. Lange Rede, gar kein Sinn: Mehr als die 256 GB brauche ich lokal wirklich nicht. Für Musik nutze ich die Kombination aus Apple Music und iTunes Match. Sprich: etwaige Promo-Mucke, die mich immerzu erreicht, landet am Ende auch in meiner Cloud und nicht mehr auf dem Rechner. Dass ich mich hier in eine Abhängigkeit begebe, die sich auf die immerwährende Verfügbarkeit der Dienste verlässt, ist mir dabei sehr bewusst. Daher werden ganz besonders wichtige Fotos und Dokumente zusätzlich lokal auf herkömmlichen Speichermedien gesichert. Unterm Strich ist bis auf Fotos aber das allermeiste ersetzlich. Klopf auf Holz – bisher fahre ich damit ganz gut. Die Integration, die enge Verzahnung aller Produkte und Dienste, funktioniert hervorragend – wenn man sich denn darauf einlassen möchte. Goldender Käfig und so. Wenn Ihr natürlich mit großen Videodaten hantiert, dann sind 256 GB vermutlich sehr schnell sehr wenig. Wie bereits erwähnt – es ist immer sehr individuell zu betrachten alles.

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Nachdem ich also das MacBook final eingerichtet hatte – so wie ich es möchte, brauche und gewohnt bin – fing ich an zu arbeiten. Ein Blogbeitrag hier und da, nebenbei Musik hören, Mail weist mich auf inzwischen mehr als 7000 ungelesener Mails auf verschiedenen Konten hin, Lightroom synchronisiert im Hintergrund noch tausende Fotos, Whatsapp-Web ist offen, alle installierten Browser, die ganzen Cloud-Dienste im Hintergrund, zwischendurch scanne ich mal etwas oder drucke via AirPrint, um dann wieder zu einer anderen Aufgabe zurückzukehren, kurz mal in ein, zwei Youtube-Videos reinschauen, dies das eben – und als die Musik verstummt (weil Album zu Ende), fällt mir auf, was mir bisher nicht bewusst aufgefallen war: ich höre nichts. Buchstäblich nichts. Vom eigenen Atem vielleicht mal abgesehen. Das MacBook Pro gibt keinen Ton von sich. Kein nicht einmal leise arbeitender Lüfter, nichts! Es ist so still im Raum dass ich vorsichtshalber noch einmal nachschaue, ob das MacBook Pro überhaupt welche verbaut hat. Eine berechtigte Frage, schließlich hat das neue MacBook Air mit M1-Chip keine Lüfter mehr an Bord. Ich will mal so sagen: Bei bei meiner normalen Tätigkeit, die ungefähr so aussieht wie oben beschrieben (gelegentlich kommt noch Quellcode-Gefummel in den Innereien des Blogs hinzu) ist es mir nicht gelungen, die Lüfter in Bewegung zu bringen. Auch nicht, als noch Photoshop und die Arbeit an RAW-Dateien mit mehreren Ebenen usw. hinzukam. Und irgendwas mit Excel war zwischendurch auch noch fällig. Ohne irgendeines der geöffneten Programme zu beenden. Ist klar, ne? Das hier ebenfalls im Haushalt befindliche MacBook Pro aus dem Modelljahr 2012 föhnt sich inzwischen schon einen Wolf, wenn nur ein paar Webseiten in Safari gleichzeitig geöffnet sind.

Sicherlich hätte ich das Book einem Stress-Test unterziehen können – etliche Safari-Tabs mit Videos oder so was – aber das wäre wie die eingangs erwähnten Benchmarks: weitab meiner Wirklichkeit. Noch eine Sache ist mir aufgefallen: Nachdem Apple in der Keynote neulich vollmundig bis zu 20 Stunden Akku-Laufzeit versprochen hatte, kann ich nun bestätigen, dass das MacBook Pro ziemlich lange ausdauert bei dem beschriebenen Szenario. Es kam vorgeladen hier an, so gegen gegen 13 Uhr etwa, hing dann für das erste Update von Big Sur für ca. eine halbe Stunde am Kabel und arbeitete danach im Akku-Betrieb bis ca. 22.30 Uhr und danach noch einmal am Folgetag von 8 Uhr bis 13:30 Uhr. Also Pi mal Auge 15 Stunden reguläre Nutzung, ohne irgendwie besonders auf Sparsamkeit geachtet zu haben. Als ich das Gerät dann tatsächlich mal ans Ladekabel hing, waren immer noch rund 20 Prozent Restakku übrig. Nicht schlecht, nicht schlecht. Man lehnt sich also vermutlich nicht allzu weit aus dem Fenster wenn man behauptet, mit dem MacBook Pro mit M1 bis zu zwei normale Arbeitstage durchzuhalten, wenn die Aufgaben nicht beispielsweise ausufernde Bild- und/oder Videobearbeitung sind. Dafür ist vermutlich auf Dauer das Display ohnehin zu klein. Das dürfte aber Studierenden, Geschäftsreisenden und Web-Workern vermutlich einiges an Ruhe bescheren, wenn sie mit ihrem Gerät unterwegs sind, das Ladegerät jedoch versehentlich zuhause vergessen haben sollten.

(Web-)Entwickler werden auf kurz oder lang vermutlich ein größeres Display anschließen wollen. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST / Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

Vielleicht, das will ich gar nicht mal pauschal ausschließen, hätte es in meinem Anwendungsfall auch das neue MacBook Air getan – dem wird schließlich auch eine sehr stattliche Leistung bescheinigt. Mag sein, mag sein. Ich bin allerdings großer Fan der Touch Bar, die mir als Schnell- und Vielschreiber mit ihren Wortvorschlägen, wie man sie von iOS her kennt, nochmal eine Portion Geschwindigkeit beschert. Zudem hat das Pro gegenüber dem Air nicht zuletzt aufgrund der möglichen aktiven Kühlung via Lüfter noch ein paar Leistungsreserven, die ich vielleicht doch noch mal brauche. Man weiß ja nie.

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Weiter oben hatte ich schon mal Rosetta 2 erwähnt. Das ist die Nachfolge-Software von jener Rosetta, die damals beim Wechsel auf Intel dafür sorgte, dass PowerPC-Anwendungen auch unter der neuen Haube ausgeführt werden konnten. So verhält es sich nun analog bei Intel und M1. Viele Apps stehen noch gar nicht in einer angepassten, nativen Version zur Verfügung – können aber mittels Rosetta 2 dennoch unter Big Sur und M1 ausgeführt werden. Wenn Ihr erstmals eine App startet, welche die Rosetta 2-Unterstützung benötigt, werdet Ihr zur Installation der entsprechenden Software aufgefordert. Das dauert nur wenige Sekunden und danach verrichtet Rosetta 2 ihren Dienst, ohne dass Ihr davon noch wirklich Notiz nehmen würdet. Naja, sagen wir fast. Adobe hat für seine Anwendungen zwar entsprechende Updates angekündigt, bisher aber noch nicht geliefert. Daher laufen Lightroom, Photoshop usw. eben in der Emulation durch Rosetta. Es heißt, man würde bis zu einem Viertel der Performance dadurch verlieren. Bei Photoshop ist mir das nicht aufgefallen, wohl aber bei Lightroom, das beim Blättern zwischen den Bildern (oben Vollbild, unten der Filmstreifen) mit einer durchaus merkbaren Denkpause zu tun hatte. Gleiches gilt beim Import von Fotos, die schon auf der internen Festplatte vorlagen. Das war allerdings bisher der einzige Fall, wo ich dachte: ok, das konnte mein alter iMac aber besser. Ansonsten vermisse ich die große Kiste (bisher?) nicht wirklich. Ok, das 5K Display war sensationell, verschaffte mir eine bis dato ungekannte Übersicht und war vor allem bei der Bildbearbeitung ein Segen. Mittelfristig wird hier ein externer Monitor einziehen, bis dahin kann ich mit dem ungleich kleineren Display aber gut leben. Ist ja schließlich nicht das erste Mal, dass ich nur an einem MacBook arbeite. Aber auch hier gilt: Seid Ihr es gewohnt, eine große Bildschirmfläche zur Verfügung zu haben, kalkuliert die Anschaffung eines zusätzlichen Monitors besser mit ein.

Was mir weiterhin neben der langen Akku-Laufzeit, dem (bisher) lautlosen Betrieb, der Performance und der gewohnt über alle Zweifel erhabenen Verarbeitung gut gefällt, ist folgendes: Die Stereo-Lautsprecher haben mich positiv überrascht. Ich erwarte bei Laptop-Brüllwürfeln grundsätzlich nichts, war daher umso angetaner von dem Klang dieser kleinen Dingelchen. Ich hatte schon Kopfhörer in der Mache, die mich weniger beeindruckt haben. Außerdem sensationell: Die Tastatur, die schnelles Tippen ohne hinzuschauen ermöglicht und mit seinem Hub einfach ein angenehmes Tipp-Gefühl bietet. Zuvor hatte ich das Magic Keyboard im Einsatz – kein Vergleich! Und dann ist da ja noch Touch ID in seiner aktuellen Inkarnation – zusammen mit dem von mir verwendeten Passwort-Manager 1Passwort 1 Träumchen, wenn ich das mal so sagen darf. Verzögerungsfrei wird mein Fingerabdruck erkannt und das System entsperrt oder eine Zahlung autorisiert. Und in Sachen Trackpads kann Apple sowieso kein Hersteller das Wasser reichen. Nachdem ich jahrelang für einen großen Elektronikhändler u.a. Laptops an die Frau und an den Mann gebracht habe frage ich mich nach wie vor: Ist die Konstruktion von präzisen, gut funktionierenden Trackpads eine Kunst, die nur Apple beherrscht? Es sieht jedenfalls schwer danach aus.

Diese doch eher popeligen Lautsprecher haben verfügen über einen überraschend guten Klang. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST / Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

Na wie dem auch sei – auch bei dem neuen MacBook Pro ist nicht alles Gold, was glänzt. So kann es, je nachdem für was Ihr Eure Geräte so einsetzt, durchaus vorkommen, dass die zwei Thunderbolt-Anschlüsse im USB-C-Format zu wenig sind. Oder dass die (derzeit) fehlende Unterstützung für Bootcamp oder externe Grafikkarten für Euch ein K.O.-Kriterium darstellen. Es kann auch sein, dass 256 GB Speicher und 8 GB RAM nicht ausreichen für das, was Ihr macht – vor allem, wenn Ihr im Videoschnitt, in den Tiefen der Programmierung oder bei 3D-Renderings unterwegs seid. Zudem hatte ich im bisherigen Betrieb inzwischen 3x das Problem, dass sich der Finder so derbe aufgehängt hat, dass nur noch das Ausschalten des Gerätes Abhilfe verschaffte. Das allerdings würde ich auf ein Problem mit Big Sur zurückführen wollen. Zudem: Anfangs ließ sich meine iCloud-Musikmediathek nicht aktivieren. Wie sich später herausstellte, lag hier wohl ein Problem bei Apple vor. Eine zuvor gestellte Supportanfrage bei Apple blieb allerdings leider unbeantwortet – ein Umstand, der mir von Apple so bisher noch nicht bekannt war. Das allerdings halte ich insgesamt alles für zu vernachlässigende Kinderkrankheiten. In anderen Foren/Blogs liest man von gravierenderen Problemen, etwa im Zusammenhang mit Bluetooth. Kann ich jedoch mit meinem Gerät nicht nachvollziehen.

Die volle Leistung wird dieses MacBook Pro wohl erst dann wirklich auspacken, wenn sämtliche Anwendungen für den M1-Chip angepasst wurden. Da Apple hinsichtlich dieser „Transition“ von mehreren Jahren spricht (bis die komplette Produktpalette von Intel gelöst wurde), wird es sicher auch noch eine Weile dauern, bis alle Apps entsprechend aktualisiert wurden. Bei den „Großen“ wie Microsoft oder Adobe rechne ich damit, dass wir bereits im Frühjahr entsprechend versorgt werden.

Dieser Artikel entstand auf dem beschriebenen Mac, genauso wurden die Fotos mit besagtem iPhone aufgenommen und entsprechend mit Lightroom bearbeitet. Es lief Musik, das Mail-Programm arbeitete unentwegt, Safari war mit etlichen Tabs geöffnet. Alles lief reibungslos – und flüsterleise und schon seit Stunden im Akku-Betrieb und sorgte somit für viel Freude und flüssiges Arbeiten. Und doch: Wer nicht gerade einen neuen Mac anschaffen muss, weil der alte Rechenknecht die Hufe hochgerissen hat oder weil man, so wie ich, gerne die neuen Spielsachen mit als erstes ausprobiert, müsste nicht zwingend einen noch gut funktionierenden Mac ausmustern. Die Intel-Varianten werden von Apple noch weiterhin angeboten und das wird vermutlich noch so lange der Fall sein, bis die komplette Produktpalette umgestellt wurde. Zumal bestehende Gerätschaften aller Wahrscheinlichkeit nach nicht spontan aufhören werden zu funktionieren. Und wer es größer und noch mächtiger braucht, wartet vielleicht noch ein bisschen ab. Gerüchtehalber zeichnen sich komplett neu designte MacBooks sowie noch leistungsfähigere Chips für die 16“-Varianten und die iMacs bereits am Horizont ab. Mit der aktuellen Variante hat Apple ein fantastischen Rechner im Angebot, der für viele Zielgruppen ein perfekter, alltäglicher Begleiter sein kann – angefangen von Studierenden über Geschäftsleute, Blogger bis hin zu digitalen Nomaden. Auch wenn die Benchmarks schon massive Leistung bescheinigen – die Geräte mit dem M1 sind momentan vor allem Kampfansage an die Konkurrenz – und ein Ausblick darauf, was noch kommen wird. Für Nutzer:innen, die sich in Apples Ökosystem bewegen, halte ich die Aussichten jedenfalls für sehr rosig.

Rasend schnell, schick, ausdauernd und leise – das ist das MacBook Pro mit M1 – nicht der Typ im Vordergrund. Der ist nur außerordentlich zufrieden mit diesem Gerät. / Foto: Roman Jasiek / AVALOST

Abschließend: Ich bereue es bisher nicht, den iMac gegen diesen mobilen Kumpel eingetauscht zu haben. Auch habe ich noch immer nicht alles probiert, was man so probieren kann. iOS-Apps, die ja jetzt theoretisch auch ausgeführt werden könnten, habe ich noch nicht getestet – Entwickler können selbst entscheiden, ob eine App nur auf iPhone/iPad laufen soll oder auch zusätzlich auf Macs mit M1-Chip. Und da ist bisher keine (für mich) relevante App dabei. Auch habe ich das MacBook Pro bisher nicht zum Zocken genutzt. Das Thema habe ich gänzlich auf die Konsole verlagert, obwohl der iMac seinerzeit da ganz gut aufgestellt war. Nach ein paar Tagen bin ich immer noch begeistert darüber, wie schnell und leise das Gerät bei meinem Tun ist – und denke mir, die anderen Berichte sowie Apples Ankündigung haben nicht zu viel versprochen.

PS: Wer es noch ein bisschen ausführlicher (und technisch detaillierter) haben möchte – Caschy hat drüben auf seinem Blog einen Blick auf das MacBook Air mit dem M1 geworfen. Die Grundstimmung ist eine ähnliche, was die Leistung der neuen Macs angeht: https://stadt-bremerhaven.de/ersteindruck-apple-macbook-air-mit-m1-chip/


Erscheinungsdatum
20. November 2020
BILDSCHIRMDIAGONALE
13" (33,78 cm)
AUFLÖSUNG
2560 x 1600 Pixel
PROZESSOR / CHIP
Apple M1 (8-Core CPU, 8-Core GPU, 16-Core Neural Engine)
ARBEITSSPEICHER
8 GB RAM
SPEICHERPLATZ
256 GB SSD
ANSCHLÜSSE
2x Thunberbolt / USB4, 1x Kopfhörer
SONSTIGES
Touch Bar, Touch ID
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