Foto: Nicole Bringer (www.nicolebringer.de)

Konzertbericht: Peter Heppner und Solar Fake am 6. März 2013 in der Meier Music Hall, Braunschweig

Mittwoch, der 6. März 2013 stand inoffiziell unter dem Motto “Tag der tollen Stimmen” in Braunschweig. Mit Solar Fake (bzw. Sven Friedrich) und Peter Heppner hatten sich zwei der beeindruckendsten Goldkehlchen der deutschen Musiklandschaft angekündigt, um an diesem Abend in Braunschweigs Wohnzimmerverlängerung, der Meier Music Hall, zu Konzertzwecken Station zu machen. Ganz klar ein Pflichttermin. Also hieß es: nach Braunschweig gurken und Konzert gucken. Es folgt ein Bericht.

Solar Fake / Foto: Nicole Bringer (www.nicolebringer.de)

Dass es dieses Mal voll werden würde, war mir eigentlich vorher schon klar. Peter Heppner, der den Weg ja in den Mainstream schon vor langer Zeit gefunden hat, zieht nun einmal mehr Leute an als es eine Band wie Diorama beispielsweise tut. Radiowerbungen, die auf das bevorstehende Konzertereignis hinwiesen, trugen sicher ebenfalls einen Teil dazu bei, dass sich vor der Eingangstüre des Meier eine lange Schlange bildete, die bis zur Straße reichte. Schön, endlich wieder volles Haus. So muss das sein.

Der Einlass ging gewohnt zügig vonstatten. Und das war auch gut so, denn bereits um 19.37 Uhr (ja, ich habe dieses Mal extra nachgeschaut) erfolgte bereits der Anpfiff für Solar Fake. Gut, das wurde auch auf deren Facebookseite angekündigt, aber das wird wohl nicht jeder gesehen haben. Sven Friedrich (Zeraphine, Dreadful Shadows) und sein Keyboarder Frank legten auch direkt los und beschallten die Gäste mit ihrer charmaten, futurepopigen Electro-Mucke. Auch wenn es manchmal so wirkte, als hätte der Keyboarder nicht so wirklich etwas zu tun – Sven hatte. Aufgrund der Hauptband dieses Abends hatten wir es in Braunschweig ja mit einem sehr gemischten Publikum zu tun. Gerade bei älteren Semestern gab es zunächst irritierte Blicke ob des Treibens auf der Bühne. Nun ist Herr Friedrich aber ein begnadeter Sänger und die Songs von Solar Fake wohl schlicht zu eingängig, so dass er auch die letzten Zweifler irgendwann auf seine Seite gezogen zu haben schien.

Solar Fake / Foto: Nicole Bringer (www.nicolebringer.de)

Überraschend: gleich von Anfang an herrschte Partystimmung. Das kennt man in Braunschweig für gewöhnlich anders. Neben Songs aus den ersten beiden Alben (wie etwa “Hero And Conqueror” oder “More Than This” gab es mit “Reset To Default” auch einen neuen Song zu hören. Und natürlich fehlte auch “Such A Shame“, die Coverversion des Talk Talk-Klassikers, nicht im Set. Entzückend wie sich Sven vorne auf der Bühne noch immer über seine Fans freut. Geradezu ansteckend. Leider jedoch währte das Vergnügen nicht sonderlich lange. Eine üppige halbe Stunde, dann war der Spaß leider schon wieder vorbei. Bei einem Konzert, das mitten in der Woche stattfindet, ist die an den Tag gelegte Eile aber nicht überraschend.

Solar Fake / Foto: Nicole Bringer (www.nicolebringer.de)

Etwas sorgenvoll sah er ja schon aus, der Peter, als sich nach der Umbauphase zu seiner Band auf der Bühne gesellte. Wie er da so stand hinter seinem Pult, ganz leger nur mit einem schlichten T-Shirt und einer schwarzen Buchse bekleidet, ging sein Blick immer wieder zum Keyboarder. Nicht ohne Grund, wie sich schon sehr schnell nach den ersten Tönen herausstellte. Denn schon unmittelbar nach dem Start hatten wir hier die erste, allerdings auch die einzige technische Panne des Abends. Das dauerte dann einen Moment des ratlosen Herumstehens auf der Bühne sowie diverser Wuselei im Hintergrund, dann waren ganz offensichtlich alle Probleme behoben und die Party konnte steigen. Dass Peter heiser gewesen sein soll, wie er später bei Facebook verkündete, ist übrigens auch nicht weiter aufgefallen.

Peter Heppner / Foto: Nicole Bringer (www.nicolebringer.de)

Peter Heppner und seine Band, die an diesem Abend im Rahmen ihrer “My Heart Of Stone“-Tour im Meier gastierten, hatten keine Mühe, das Publikum gleich von Beginn an für sich einzunehmen. Heppner und Band (mit Carsten Klatte an der Klampfe) spielten natürlich Stücke von “My Heart Of Stone“, so unter anderem “God Smoked“. Ebenfalls logischerweise im Set: Stücke seines ersten Solo-Albums (“Alleinesein“). Aber auch viele andere Songs, die Heppner zu Zeiten von Wolfsheim gemacht hat (u.a. “Once In A Lifetime” und natürlich das Überlied “The Sparrows And the Nightingales” mit einem schicken, extra langen Intro) oder die in Zusammenarbeit mit Schiller (“Dream Of You“), Paul van Dyk (“Wir sind wir“), Alvarez (“Vielleicht?“) und Joachim Witt (“Die Flut“, mit dem das Konzert beendet wurde) versüßten den Gästen den Abend.

Peter Heppner / Foto: Nicole Bringer (www.nicolebringer.de)

Interessanterweise waren es auch auch eher diese Songs, die nicht alleine von Heppner stammen, die das Publikum mehr in Verzückung versetzten. Die gute Laune der Gäste schien sich auch auf Peter Heppner abzufärben, der ganz schnell den besorgten Gesichtsausdruck los wurde und sich immer wieder ein Lächeln nicht verkneifen konnte. Nach 2 Zugaben mit je 2 Songs war dann gegen 22 Uhr Feierabend. Die vielen zufriedenen Gesichter ringsherum zeugten von einem tollen Konzertabend, der sich gerne wiederholen darf.

Peter Heppner / Foto: Nicole Bringer (www.nicolebringer.de)

Sieht man von der kleinen, sehr zu vernachlässigenden Panne gleich zu Beginn ab, so überzeugte auch das Konzert Heppners durch einen ganz hervorragenden Sound. Genau wie auch bei Solar Fake zuvor waren hier Tontechniker am Werk, die ihren Job verstanden. Es nützt die beste Darbietung ja nüscht, wenn der Sound nur verwässert ist oder übersteuert oder was weiß ich. War hier aber nicht der Fall, so dass die Shows und der Klang eine tolles Erlebnis ermöglichten, das sich gerne wiederholen darf.

Wie immer geht an dieser Stelle ein großes Dankeschön raus an Thorsten von Advanced Music und an das Team der Meier Music Hall, die einmal mehr einen schönen Abend in der Löwenstadt ermöglichten.

Peter Heppner / Foto: Nicole Bringer (www.nicolebringer.de)

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