Foto: Roman Jasiek / AVALOST / Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

Konzertbericht: VNV Nation am 12.10.2013 in der Live Music Hall, Köln & am 12.11.2013 in Kulturfabrik, Krefeld

Wer schon länger die Berichte und Rezensionen auf Avalost liest, wird wissen, dass die Crew seit jeher das Tun und Handeln von VNV Nation verfolgt. Besuche bei den Touren und das Miterleben der Auftritte auf diversen Festivals, meist in vorderster Reihe, sind jährlich eingeplant. So auch selbstverständlich dieses Jahr. Im Sommer auf dem Amphi Festival konnten wir uns abermals von der Anziehungskraft der Band überzeugen, waren allerdings ein wenig enttäuscht, dass kurz vor Release des neuen Albums kein neuer Song gespielt worden ist. Also hieß es: Noch ein wenig warten, bis neues Material in unsere Ohren dringt. Gute 3 Monate später war es dann soweit: „Transnational“ erblickte das Licht der Welt und wollte von uns gehört werden. Moment mal – wollte es das überhaupt?

Wie in unserer Review geschildert, hat uns das Album gar nicht mal so gut gefallen. Es wirkte lieblos aufgenommen und für meinen Geschmack etwas zu sentimental. Diskussionen gibt es bekanntlich immer, doch dass die Meinungen so weit auseinander gehen, kommt selten vor. Die Wirkung des Albums kann je nach eigener Gefühlslage unterschiedlich ausfallen und die eigene Stimmung dahingehend verstärken. Soll heißen: bin ich gut drauf, wirken die Songs klasse; bin ich eher schlecht gelaunt, wird „Transnational“ meine Stimmung nicht heben. Ein bewusster Schachzug der Band oder eher Zufall? Letztendlich war die Skepsis für die Tour so groß wie nie. Wie wird sich der ein oder andere Song in die Playlist einreihen? Wird die Stimmung nicht gedrückt werden? Party oder Trauer? Nach den Konzerten lässt sich beruhigt sagen: Alles ist so wie immer gewesen. Gute Laune bei Ronan und dem Publikum, zwei leicht unterschiedliche Playlisten und Party auf dem Parkett. Wie das ganze so abgelaufen ist, erfahrt Ihr in den weiteren Zeilen.

Beide Konzerte haben mit „Retaliate“ von „Transnational“ begonnen – womit auch sonst? Das Pendant zu „Control“ vom Vorgängeralbum „Automatic“ schaffte es dann direkt mal das Publikum vom Warten wach zu machen und die Köpfe frei zu pusten. Da steckt schon ordentlich Druck hinter. Es wurde dementsprechend gut vom Publikum angenommen. Leider war in Krefeld das gesamte Konzert über der Sound nicht so optimal eingestellt, wie in Köln. Die Bässe kamen nicht so gut durch, der Gesang wirkte teilweise zu hell irgendwie. Schwer zu beschreiben, letztlich ärgerlich gewesen, aber kein Beinbruch. Der erste Song vom neuen Album hat die Live-Darbietung gemeistert.

In Köln folgte der beste Track des Albums „Of Faith,Power and Glory“: „Sentinel“. Beliebter Song, gute Performance. In Krefeld wurde es etwas nostalgischer, denn hier folgte mit „Epicentre“ ein Song, der sich auf dem 2002er Album „Futureperfect“ befindet und sicherlich zu den beliebtesten Songs überhaupt gehört. Es war wie immer eine Freude. Damit auch alle wach bleiben, wurde im Anschluss daran auf beiden Konzerten „Chrome“ gespielt. Ich denke, dass ich dazu keine weiteren Worte verlieren muss. Immer wieder klasse. „Primary“ sollte der nächste Song von „Transnational“ sein, welcher ebenfalls nicht nur gut live funktionierte, sondern auch extrem beliebt bei der Hörerschaft zu sein scheint. Auch hier: Live-Darbietung gemeistert.

Nun wurde es etwas ruhiger, „Illusion“, eine der schönsten Balladen der Band, verhalf dem Publikum sich etwas zu erholen – zumindest bis zu dem Punkt, als der Refrain durch die Fans gesungen worden ist. Gänsehaut pur! Ähnlich verlief es im Anschluss mit „Everything“. Hier war selbst Ronan erstaunt, dass Teile der Fans schon mitsingen konnten, weswegen er sich herzlichst bei piratebay bedankte. „Everything“ ist einer dieser Songs, die auf dem Album eher deprimierend wirken. Beim Konzert: weit gefehlt. Klasse Stimmung und ein glänzend aufgelegter Ronan sorgten für den 3. gelungenen Live-Auftritt von „Transnational“. Scheint doch zu passen, irgendwie.

Der beliebte Track „Space & Time“ wurde als Nr. 7 der Playlist gespielt. Souveräne Performance und ein begeistertes Publikum bleiben als Fazit. Im Anschluss daran folgte das meiner Meinung nach eher maue „Tomorrow never Comes“. Dem Publikum gefällt es immer wieder, so auch in Köln und Krefeld. Nach drei eher lauteren Tracks sollte es nun wieder ruhiger werden: In Köln sang Ronan „Standing“, in Krefeld „Legion“. Beides sensationelle Songs, die Gänsehaut hervorriefen und für die angenehme Ruhe zwischendurch sorgten. Nr. 10 der Playlist sollte wieder was Neues sein: „Off Screen“. Live-Auftritt Nr. 4 von „Transnational“, Live-Auftritt Nr. 4 der extrem gelungen war. Die Songs kamen alle gut an und reihten sich ohne Probleme und ohne den Ansatz von Trauerstimmung in die Konzerte ein.

Mit „Farthest Star“ und „Resolution“ folgten zwei alte Bekannte. Da kann ja nix schiefgehen, so auch gedacht bei Song Nr. 13: „Further“. Als Klassik Version in Anlehnung an „Gothic meets Klassik“ gespielt, war dies eine sehr gelungene Abwechslung. Leider passierte Ronan in Krefeld ein kleiner Textpatzer bzw. Aussetzer. Sichtlich mitgenommen entschuldigte er sich beim Publikum und fragte sich selbst, warum es ihm immer wieder bei dem Song passiert, den er viele viele Male gesungen hat. Egal Ronan – wie du selbst sagtest. „Ich bin auch nur ein Mensch“ hat dir das Publikum den Beifall gegeben, den du verdient hast und dir das Missgeschick nicht übel genommen.

Zeit für was Neues oder? Nicht ganz. In Köln wurde das Publikum mit „If I Was“ von “Transnational” beglückt, in Krefeld gab’s „Gratitude“ zu hören. Ich würde sagen: Vom Regen in die Traufe, andere hingegen, dass ein guter Song von „Transnational“ durch einen guten von „Automatic“ ersetzt worden ist. Sei’s drum: Beides kam gut an, dennoch war Live Auftritt Nr. 5 von „Transnational“ nur bei einem Konzert dabei. Also gibt’s Abzüge in der B-Note. Schien Ronan und Mark, sowie den Fans, nicht so zu gefallen haben, denn alle anderen Songs des neues Silberlings sind exakt an gleicher Stellen in der Playlist geblieben.

Letztlich waren die letzten Songs alle die Ruhe vor dem Sturm: Es folgte „Control“. Einer der „härtesten“ Songs seit „Honour“ und „Nemesis“. Die Stimmung war vor allem in Köln sichtlich auf dem Höhepunkt, in Krefeld nicht ganz, da  – das ist meine Vermutung – der Bass weniger gut und das Konzert mitten in der Woche gewesen ist
Zum Abschluss sollte es dann wieder ruhiger werden. In Köln sangen Ronan und das Publikum „Nova“, in Krefeld „Homeward“. Gerade „Homeward“ war für mich nach vielen VNV-Konzerten die Live-Premiere – und was für eine. Nicht nur, dass der Song so schon einmalig ist, schien es, als ob Ronan noch mal alles gab. Klasse!
Die Tracks Nr. 17 waren „Beloved“ in Köln und „Darkangel“ in Krefeld. Beide Klasse, beide live grandios.

Während in Köln nach Track 18 – natürlich „Perpetual“ – Schluss gewesen ist, bekam Krefeld an dieser Stelle noch „Nova“ zu hören. Hier wurde Ronan genauso beim Gesang unterstützt wie in Köln, wo er sagte, dass nirgendwo auf der Welt der Song so schön mitgesungen wird, wie in Deutschland. Ja Welt, schneidet euch mal ne‘ Scheibe ab .
Perpetual“ bildete den bekannten und allseits geliebten Abschluss der Konzerte. Beide waren klasse, subjektiv war aufgrund des besseren Sounds Köln im Vorteil, die bessere Playlist hatte Krefeld. Alles in allem freuen wir uns auf weitere Konzerte mit VNV Nation, das nächste spätestens auf dem Blackfield 2014 in Gelsenkirchen Ende Juni. In diesem Sinne: “Let there be, let there always be, neverending light“.

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