Foto: BMVI

Streams werden jetzt in die Album-Charts der Offiziellen Deutschen Charts einbezogen

Im Hinblick auf die Tatsache, dass mit Streaming bereits 14 Prozent des Umsatzes der deutschen Musikbranche erwirtschaftet wird, möchte man für die folgende Meldung fast sagen: Zeit wird es! Ab dem 5. Februar 2016 wird Musik-Streaming erstmals in die Erstellung der Offiziellen Deutschen Album-Charts mit einfließen – bei den Single-Charts ist dies seit zwei Jahren der Fall. Diese Erfolgsmessung wird Woche für Woche von der GfK Entertainment im Auftrage des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) durchgeführt. Ab besagtem Datum werden demnach nicht mehr nur die Verkäufe physischer Tonträger sowie digitaler Downloads in die Charts einbezogen, sondern auch jeder mehr als 30-sekündige Stream bezahlter Premium-Angebote von Diensten wie Apple MusicSpotifyDeezerGoogle PlayJuke oder Microsoft Groove. Zunächst mal die amtliche Pressemitteilung der GfK Entertainment, die heute herausgegeben wurde:

MEILENSTEIN DER CHARTGESCHICHTE: STREAMING-INTEGRATION IN ALBUM-CHARTS

Am 5. Februar 2016 beginnt ein neues Kapitel in der deutschen Chartgeschichte: Ab diesem Datum wird Musik-Streaming erstmals Teil der Offiziellen Deutschen Album-Charts, die im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) von GfK Entertainment ermittelt werden. Zukünftig fließen nicht nur physische Tonträger-Verkäufe und digitale Downloads, sondern auch über 30-sekündige Streams aus bezahlten Premium-Angeboten in die Wertung ein. Nach der gelungenen Integration in die Single-Charts im Jahr 2014 zählt Streaming nun für beide Top 100-Hitlisten. Die ersten Album-Charts nach den neuen Regularien decken den Verkaufszeitraum 29. Januar bis 04. Februar ab und erscheinen am kommenden Freitag.

Dr. Florian Drücke, Geschäftsführer des BVMI: “Die deutschen Musikfans hören Musik auf buchstäblich allen Kanälen und in jeder möglichen Form; von der Schallplatte bis zur Datenwolke, vom einzelnen Song bis zum Album. Diese vielfältige Nutzung müssen die Offiziellen Deutschen Charts als zentraler Spiegel für Musikerfolge auch abbilden, um den Markt zuverlässig und in seiner Gesamtheit darzustellen. Nicht zuletzt mit Blick darauf, dass Streaming im vergangenen Jahr einen neuen Wachstumsrekord hingelegt hat und inzwischen in Deutschland fast 14 Prozent der Umsätze ausmacht.

Dr. Mathias Giloth, Geschäftsführer GfK Entertainment: “Streaming hat den Durchbruch im Musikmarkt dauerhaft geschafft. Ende 2015 wurden in Deutschland täglich bis zu 100 Millionen Musik-Streams gezählt – doppelt so viele wie im Vorjahr. Angesichts dieser Zahlen ist die Streaming-Einbindung in die Offiziellen Deutschen Album-Charts die logische Konsequenz. Wir sind gespannt, welchen Einfluss dieses Trendsegment auf den Album-Markt in Zukunft haben wird, dessen größte Säule immer noch die physischen Tonträger sind.

Neben den Offiziellen Deutschen Single- und Album-Charts werden Musik-Streams ab sofort auch für folgende Rankings hinzugezogen: Compilation-Charts, HipHop-Charts, Schlager-Charts, Comedy-Charts, Klassik-Charts und Jazz-Charts.

Die Offiziellen Deutschen Single- und Album-Charts sind das zentrale Erfolgsbarometer für Industrie, Medien und Musikfans. Die wertebasierten Charts orientieren sich am erzielten Umsatz eines Produktes und nicht allein an der Anzahl der Verkäufe. Basis der wöchentlichen Hitlisten sind dabei die Umsätze mit physischen Tonträgern, Downloads und Premium-Streams. Für die Offiziellen Deutschen Streaming-Charts jedoch, die seit Mai 2012 ermittelt werden, zählen im Gegensatz zu den Album- und Single-Charts neben den Premium- auch werbefinanzierte Streams.

Folgende Streaming-Anbieter senden ihre Daten an GfK Entertainment: Apple Music, Deezer, Google Play Music, Juke, Microsoft Groove, Napster, Qobuz, Spotify und WiMP/Tidal.

Das dürfte vor allem und ganz besonders für die Konsumenten interessant sein, die sich in ihrem Konsumverhalten von den Chartplatzierungen… na sagen wir mal: „inspirieren“ lassen. So manches Album wird im letzten Weihnachtsgeschäft wohl unter anderem deswegen unterm Baum gelandet sein, weil es auf dem Treppchen weit oben, oder schlimmer noch, mit einem Fernsehgesicht geschmückt war. Interessant ist diese Entwicklung aber so oder so – vor allem auch deshalb, weil es ja nach wie vor Künstler gibt, die sich dem Streaming verweigern. Adeles letztes Album „25“ beispielsweise ist bis heute nicht bei den einschlägigen Diensten erhältlich, dennoch – oder gerade deshalb – war es wohl zweifelsohne eines der erfolgreichsten Alben des vergangenen Jahres. Ich bin gespannt, wie sich die Verhältnisse in den Charts verändern. Schließlich hat jeder Künstler via Spotify z.B. die Möglichkeit, ordentlich Buzz zu erzeugen, auch ohne ein Label im Rücken zu haben. Einige meiner liebsten Bands haben bis heute keinen Plattenvertrag in der Tasche. Ok, dass sie die Charts maßgeblich beeinflussen ist (leider) zu bezweifeln, aber ich denke, Ihr wisst worauf ich hinaus möchte. Spannende Entwicklung jedenfalls.

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