Foto: Julian Broad

Texas – Texas 25

Aus der Reihe „Dinge, die oftmals lieblose Geldschneiderei sind und eigentlich keiner braucht“ wenden wir uns heute dem Thema Best-Of-Zusammenstellungen zu. Diese gerne auch mal ohne Zutun der enthaltenen Künstler von der Industrie zusammengerührten Alben sind ein ganz wunderbares Mittel, um dem Konsumenten ein paar weitere Euronen aus der Tasche zu ziehen. Besonders pervers wird es immer dann, wenn ein Künstler ansonsten erst auf zwei Alben zurückblicken kann. Da komme ich dann immer nicht umhin mir an den Kopp zu fassen und mich zu fragen: Macke? Anders sieht es aus, wenn ein Künstler oder eine Band ein Jubiläum begeht und diese Zusammenstellung wirklich eine Retrospektive des bisherigen Schaffens darstellt. So wie „Texas 25“ aus dem Hause Texas, mit der ich mich kurz mal beschäftigen möchte.

Aus oben schon erwähnten Gründen gerate ich bei einer Best-Of selten bis gar nicht in euphorische Aufregung. Warum auch? Als Fan und/oder Sammler habe ich die Songs, die darauf enthalten sind, durch die zugehörigen Alben eh schon im Schrank stehen. Einzig der Vollständigkeit wegen wird gelegentlich mal eine Best-Of mitgenommen. Meistens zähneknirschend. Schön ist es doch da, wenn ein Mehrwert denjenigen gegenüber geschaffen wird, die stets treu(doof) alles gekauft haben, was da veröffentlicht wurde. Manche Künstler tun dies mit einem persönlichen Vorwort, in anderen Fällen ist es eine schicke Verpackung. Und manchmal ist so eine Best-Of nicht nur reine Industrieware. Nee, manchmal setzen sich die Künstler auch hin, stöbern im eigenen Fundus und gucken: was kam an bei den Konsumenten? Was fanden sie vielleicht selber gut? Und wählen daraus dann die Zusammenstellung aus. Die Krönung ist es, wenn sie vielleicht auf ein so einige Jahre Bandbestehen zurückblicken können und sich diversen Songs noch einmal neu nähern. Sie neu aufnehmen, vielleicht sogar etwas überarbeiten, ohne jedoch den Charakter zu sehr zu verändern. Und dann, weil es so schön ist, noch ein bisschen was Neues dazu packen, um auch die Fans zu locken, die vielleicht schon über Jahre hinweg die Treue halten. So machten es beispielsweise Sharleen Spiteri und Johnny McElhone, landläufig bekannt als Texas. Anlässlich von 25 Jahren Bandbestehen sind sie genau so vorgegangen. Ein paar Immergrüne wie „Black Eyed Boy“, „Summer Son“ oder „I Don’t Want A Lover“ herausgepickt, vier neue Songs dazu gepackt – und fast fertig ist das schlicht „Texas 25“ betitelte Werk. Fast? Ja. Alle Songs wurden neu eingespielt und neu abgemischt, sodass „Texas 25“ durchweg ein homogenes Hörerlebnis bietet. Eines, das die Band jetzt über weite Strecken wie eine Motown-Country-Blues-Soul-Pop-Rockband wirken lässt, die gerne mal mit Big Band Elementen spielt. Mehr als in früheren Werken jemals zuvor. In meinen Ohren fetzen die Songs in den neuen Gewändern mehr als vorher, da sie deutlich an Charakter gewonnen haben und auf erfrischende Weise retro wirken. Rein vom Sound her haben sich Texas damit in besten Momenten schon mal für einen Tarantino-Streifen empfohlen.

Aufgenommen wurde im Studio von Truth & Soul (u.a. Amy Winehouse oder Adele) und abgemischt wurde „Texas 25“ in Nashville im Studio von Dan Auerbach (The Black Keys). „Texas 25“ erscheint in verschiedenen Formaten, unter anderem als Doppel-CD oder als rotes Vinyl. Im Pressetext heißt es, die Arbeiten an „Texas 25“ ermöglichten es dem Duo, die bekannten Songs völlig neu wahrzunehmen. Fans und Hörern wird es mit dieser Zusammenstellung ähnlich gehen. Interessant dürfte hier die Doppel-CD sein, da sie direkte Vergleichsmöglichkeiten bietet. Gegenüber der „The Greatest Hits“-Veröffentlichung aus dem Jahre 2000 ist „Texas 25“ ein echter Zugewinn für Fans und Sammler.


25 Jahre Bandbestehen und 30 Millionen Tonträger – gar keine schlechten Zahlen. Und dennoch hatte ich Texas nie so richtig auf dem Schirm. Und auch wenn ich den Ansatz, den das Duo hier verfolgt, höchst lobenswert finde – ich fürchte, Texas werden auch weiterhin unterhalb meines Radars fliegen. Schließlich war mir die Mucke der Schotten stets ein bisschen zu seicht. Sollten Texas jedoch gefallen gefunden haben an diesem neuen, souligen Sound und beschreiten diesen Weg weiter, könnte sich das allerdings ändern. Davon ab: Dass „25“ tatsächlich eine lohnenswerte Anschaffung sein kann, liegt an folgenden Faktoren: Neueinsteiger bekommen einen ersten Überblick über das bisherige Tun der Band, Fans und Sammler hingegen freuen sich vielleicht über das neue Material und die wirklich tolle Überarbeitung bekannter Songs. Mehr kann man von einer Best-Of eigentlich auch nicht erwarten. Ach würde doch nur jede Zusammenstellung dieser Art mit der gleichen Mühe gemacht werden…


Erscheinungsdatum
16. Februar 2015
BAND/KÜNSTLER:IN
Texas
ALBUM
Texas 25
LABEL
PIAS
Unsere Wertung
7.6
Texas – Texas 25
FAZIT
25 Jahre Bandbestehen und 30 Millionen Tonträger - gar keine schlechten Zahlen. Und dennoch hatte ich Texas nie so richtig auf dem Schirm. Und auch wenn ich den Ansatz, den das Duo hier verfolgt, höchst lobenswert finde - ich fürchte, Texas werden auch weiterhin unterhalb meines Radars fliegen. Schließlich war mir die Mucke der Schotten stets ein bisschen zu seicht. Sollten Texas jedoch gefallen gefunden haben an diesem neuen, souligen Sound und beschreiten diesen Weg weiter, könnte sich das allerdings ändern. Davon ab: Dass „Texas 25“ tatsächlich eine lohnenswerte Anschaffung sein kann, liegt an folgenden Faktoren: Neueinsteiger bekommen einen ersten Überblick über das bisherige Tun der Band, Fans und Sammler hingegen freuen sich vielleicht über das neue Material und die wirklich tolle Überarbeitung bekannter Songs. Mehr kann man von einer Best-Of eigentlich auch nicht erwarten.
INHALT/KONZEPT
8
TEXTE
6.5
GESANG
8
PRODUKTION
8
UMFANG
7.5
GESAMTEINDRUCK
7.5
Leserwertung0 Bewertungen
0
POSITIV
Eine Best-Of, für welche die enthaltenen Songs neu aufgenommen wurden - dieses Beispiel sollte Mode machen.
NEGATIV
7.6
PUNKTE
Herausgeber

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INHALT/KONZEPT
TEXTE
GESANG
PRODUKTION
UMFANG
GESAMTEINDRUCK
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