Foto: Roman Jasiek / AVALOST / Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

VNV NATION – Matter + Form

VNV Nations neustes Werk, “Matter + Form” steht seit einigen Tagen in den Läden. Wir haben uns das gute Stück für Euch angehört und sagen Euch, warum dieser Longplayer die Fangemeinde in zwei Lager spalten dürfte. Schon die vorab nur übers Internet veröffentlichte Single “Chrome” dürfte aufgrund ihrer Sperrigkeit und der somit einhergehenden längeren Eingewöhnungsphase nicht jedermans Geschmack getroffen haben. Selbiges gilt gleichwohl für das restliche neue Album.

Eingeleitet wird es durch ein mehr oder weniger nichtssagendes Intro, das weder nach etwas klingt, noch einen direkten Bezug zum nachfolgenden “Chrome” herstellt. Sinn und Zwecks dieses Intros demnach also mehr als unklar. “Chrome” selbst ist dagegen ein Knüller, dessen Schönheit sich jedoch erst nach wiederholtem Hören bemerkbar macht.

Das nachfolgende “Arena“, ein durchaus gelungener Mix aus Wave der 80er und Electro-Pop der Neuzeit, dürfte den meisten wohl noch am ehesten nach “typisch VNV Nation” klingen.

Die nachfolgenden Stücke “Colours Of Rain“, “Strata” und “Interceptor” dokumentieren eigentlich nur die Experimentierfreude von Ronan und Mark. “Colours Of Rain” könnte durchaus als Filmmusik durchgehen, fällt also entsprechend ruhig und minimalistisch aus. Ebenfalls auf Minimalismus reduziert sind “Strata” und “Interceptor“, zwei zusammengehörende Tracks, die arg nach Untergrund-Techno klingen – eine Leidenschaft von Ronan Harris, wie man munkelt.

Auf “Entropy“, einem knallharten Track lässt Ronan seine ganze Wut raus – einen so wütenden und aggressiven Gesang hätte man ihm gar nicht zugetraut. “Endless Skies” stellt einen krassen Gegensatz zu den vorangegangen Songs dar, ist es doch eine ruhige Ballade, die Erinnerungen an ein “Airships” oder “Further” weckt.

Spätestens aber bei “Homeward” dürften vor allem die gefühlsorientierten Fans von VNV Nation dahinschmelzen. Ruhig, verspielt, zum Träumen schön.

Das interessanteste Highlight dieses Albums ist aber das abschließende “Perpetual“, das – wenn man noch Gitarren hinzufügen würde – durchaus auch bei Placebo hätte stattfinden können. Von der Songstruktur her würde es da hinpassen. Ich orakele an dieser Stelle mal: Diese Nummer werden wir künftig auf Konzerten als Dauerbrenner erleben, wartet es nur ab! Sensationell gut!

Nun, alles in allem ist “Matter + Form” vor allem eines: mutig. Denn die Herren Harris und Jackson haben nicht einfach nur einen simplen Nachfolger zu “Empires” oder “Future Perfect” gebastelt, sondern probierten auch neue Wege aus. Sehr löbliche Sache das. Und das man mit dem beschreiten neuer Wege gelegentlich auch mal aneckt, liegt wohl in der Natur der Sache.


Manchen langjährigen Fans der Elektro-Götter wird “Matter + Form” wohl sauer aufstossen, zu sperrig sind die Instrumentals, zu poppig die anderen Tracks. Dennoch: wer sich damit abfindet, dass VNV Nation sich mit diesem Album weiterentwickelt haben und beileibe nicht mehr mit dem vermeintlichen Schimpfatribut “FuturePop” abgestempelt werden können, wird feststellen, dass das jüngste Kind aus der Klangschmiede des Duos eines der wichtigsten Elektro-Highlights dieses Jahres darstellt. Von diesem Standpunkt aus betrachtet: Gute Arbeit, meine Herren!


Erscheinungsdatum
4. April 2005
BAND/KÜNSTLER:IN
VNV Nation
ALBUM
Matter + Form
LABEL
Anachron Sounds
Unsere Wertung
8.1
VNV NATION – Matter + Form
FAZIT
Manchen langjährigen Fans der Elektro-Götter wird "Matter + Form" wohl sauer aufstossen, zu sperrig sind die Instrumentals, zu poppig die anderen Tracks. Dennoch: wer sich damit abfindet, dass VNV Nation sich mit diesem Album weiterentwickelt haben und beileibe nicht mehr mit dem vermeintlichen Schimpfatribut "FuturePop" abgestempelt werden können, wird feststellen, dass das jüngste Kind aus der Klangschmiede des Duos eines der wichtigsten Elektro-Highlights dieses Jahres darstellt.
INHALT/KONZEPT
8
TEXTE
8.5
GESANG
8
PRODUKTION
8.5
UMFANG
7.5
GESAMTEINDRUCK
8
Leserwertung0 Bewertungen
0
POSITIV
Jede Wette: "Matter + Form" beinhaltet Songs (wie etwa "Perpetual"), die zu Klassikern der Band werden.
NEGATIV
Die Instrumentalstücke haben manchmal ein bisschen den Beigeschmack von Lückenfüllern.
8.1

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