Foto: Top Cow / Image Comics

Aphrodite IX #1

Endlich! Nachdem einem mit der Nullnummer aus dem Wizard bzw. den Anzeigen im Previews ja schon fast der Mund wässrig gemacht wurde, dürfen wir Lesenden ab sofort die Abenteuer der neuesten Amazone aus dem Hause Top Cow miterleben! Das ist schön, das freut das Herz.

Gut, also was haben wir denn hier: Alles fängt damit an, dass die Hauptprotagonistin und titelgebende Aphrodite aus irgendeinem Fenster fällt. Keiner weiß wieso, sie fällt eben – und das aus einer recht beachtlichen Höhe. Und wie das ja immer so ist, muss sie ja zwangsweise auch irgendwann unten ankommen. Während unsereins nach diesem Sturz nicht mehr als ein rotes Fleckchen Matsch auf der Strasse wäre, wundert sich Aphrodite nur – oh wie konnte das geschehen? Allerdings bleibt ihr nicht viel Zeit, um sich ihr hübsches Köpfchen darüber zu zerbrechen, denn kaum das sie unten angekommen ist, ist sie auch schon von ein paar schwer bewaffneten Typen umstellt, die ihr offensichtlich ans Leder wollen. Einige Einschusslöcher später sind diese Heinis allerdings auch Geschichte. Und Aphrodite wundert sich erneut, wie sie in der Lage war, diese Sache zu überleben. Aber auch diesmal bekommt sie nicht viel Gelegenheit, darüber nachzudenken. Denn kaum das Aphrodite ihre Widersacher ausgeschaltet hatte, kommt auch schon jemand in seinem fliegenden Dingsbums angesaust, betäubt sie und nimmt sie mit.

Szenenwechsel. Aphrodite unter der Dusche. Noch immer rätselt sie, wer bzw. was sie ist und wie sie all diese Dinge nur überleben konnte. Kurz darauf gibt es ein Wiedersehen mit dem Menschen, der sie anfangs betäubt und mitgenommen hatte. Wie sich herausstellt, ist diesem Burch – so sein Name – der einzige Mensch, dem Aphrodite vertrauen kann. Und diese frohe Kunde verklickert ihr niemand geringeres als… sie selbst! Per Videoaufzeichnung nämlich. Sie erfährt durch sich selbst, dass sie eine künstliche Person ist, den normalen und auch den vercyberten Menschen überlegen. Und ihr Job ist das Töten. Als Kopfgeldjägerin. Nur hat diese Sache einen Haken – immer wenn Aphrodite einen Job erledigt hat, vergisst sie 15 Minuten später alles. Ganz klar, dass Aphrodite da noch ein paar Fragen hat. Burch weicht diesen jedoch aus und hält ihr lieber ihren neuen Job unter die Nase – sie soll das Ratsmitglied Grazno Floyd liquidieren. Immer noch einigermaßen ratlos macht sich Aphrodite an die Arbeit…

Nun, das war ja sooo schlecht nicht. Sicher – viel passiert nicht in der ersten Ausgabe. Dennoch hat die Welt rings um Aphrodite sowie die Figur selbst genügend Potential, die Serie zu einer wirklich spannenden SF-Serie zu machen. Die ganze Sache hätte für meinen Geschmack allerdings ruhig ein paar Spuren düsterer ausfallen können. Wenn man sich schon bei Filmen wie Blade Runner bedient, könnte man wenigstens auch die düstere Atmosphäre mit übernehmen. Das ist auch das Hauptproblem, das ich mit Aphrodite habe – die Sache ist zu bunt! Zwar sind die Farben von Steve Firchow sehr genial – gerade auch Aphrodites leuchtend grüne Haare – aber die Welt als solche hätte man nach meinem Dafürhalten düsterer gestalten sollen. Vor allem auch in Anbetracht der Zeichnungen von Dave Finch, der seinen Figuren schon irgendwie eine gewisse Endzeitstimmung verpasst hat. Im Bezug auf die Story sollte David Wohl darauf achten, dass Aphrodite sich nicht jedes Heft aufs Neue fragt, wer sie ist und was das alles zu bedeuten hat. Todd McFarlane hat das mit seinem Spawn lange genug praktiziert, noch mal brauche ich persönlich diese Leier nicht. Aber ich will Aphrodite IX nicht für etwas verurteilen, was noch nicht eingetreten ist. Abwarten und Tee trinken, ist hier das Motto. Und an den schönen Zeichnungen von Dave Finch erfreuen. Nicht zuletzt der gelegentlichen Erinnerungen an selige Ascension-Zeiten wegen wage ich einfach mal zu behaupten, dass Dave Finch noch ganz weit oben in der Liga der Top-Zeichner mitspielen wird.

Was für ein Fazit ziehe ich aus dieser Erstausgabe? Hmm, irgendwie ist Aphrodite IX genau das geworden, was ich anhand der Nummer 0 irgendwie schon vermutet hatte – leicht verdauliche Sci-Fi-Action mit einem unheimlich hohem Babe-Faktor. Wer Top Cow-Serien mag, kann ja mal einen Blick in Aphrodite IX werfen. Es ist kein weltbewegendes Meisterwerk, dafür aber einfach nett. Mir hat’s insgesamt gefallen.

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