Foto: Dependent Records

Suicide Commando – Bind, Torture, Kill

Suicide Commando und die Fallstudie: im neuen Werk “Bind, Torture, Kill” des Electro-Industrial Projekts betreibt der Belgier Johan van Roy exzessives “Mindhunting”. Was darunter zu verstehen und was vom neuen Album zu halten ist, sagen wir Euch an dieser Stelle.

Unter “Mindhunting” versteht man “die Seele eines Mörders zu erspüren” bzw. “die Motivation oder die Psychodynamik eines Täters nachempfinden”. Quasi das, was der TV Mensch von heute aus Fernsehserien wie “Profiler” oder “Millennium” kennt, wenn sich FBI-Experten in die Köpfe von Mördern zu versetzen versuchen. Johan van Roy jedoch spielt hier weniger den Profiler, vielmehr hat er bei “Bind, Torture, Kill” die kranken und gefährlichen Gedankengänge eines Serienmörders in ein gewohnt treibendes Electro-Industrial Gewand gesteckt.

Als Motiv diente dabei der Serienmörder Dennis Lynn Raider, der 10 Morde in Wichita/Kansas verübte, die 30 Jahre lang unaufgeklärt geblieben sind. Lediglich diverse Rätselspiele mit dem FBI und die Initialen “BTK” gaben Hinweise. Dieser “Spitzname” leitete sich von seinem immer wiederkehrenden, grausamen Tatmuster ab: fesseln, foltern, töten – bind, torture, kill.

Soviel zum thematischen Schwerpunkt des Albums. Klangtechnisch gesehen machen Suicide Commando hier genau das, was der Hörer erwartet: verzerrte Vocals, treibende, ziemlich harsche und düsterelektronische Beats, verpackt in eine reichlich unangenehme Grundstimmung. So steht es dem Hörer frei ob er lieber Kopf oder Körper bemühen und van Roys psychologisch interessanter Fallstudie folgen möchte oder aber zu Krachern wie “Fuck You Bitch“, “Torment Me” oder “Conspiracy With The Devil” bis kurz vor den Kreislaufkollaps das Tanzbein schwingt. Bei “Bind, Torture, Kill” funktioniert wieder einmal beides – und das perfekt.


Aus den Clubs wird das ein oder andere Stück dieses Album alsbald nicht mehr wegzudenken sein, aber auch Wohnzimmerhelden mit einem Hang zum Morbiden werden bestens bedient. Wer jedoch auf der Suche nach leichter verdaulicher Musik bzw. Themen ist, sollte woanders suchen.


Erscheinungsdatum
24. März 2006
BAND/KÜNSTLER:IN
Suicide Commando
ALBUM
Bind, Torture, Kill
LABEL
Dependent Records (Alive)
Unsere Wertung
7.3
Suicide Commando – Bind, Torture, Kill
FAZIT
Aus den Clubs wird das ein oder andere Stück dieses Album alsbald nicht mehr wegzudenken sein, aber auch Wohnzimmerhelden mit einem Hang zum Morbiden werden bestens bedient.
INHALT/KONZEPT
7.5
TEXTE
7
GESANG
6
PRODUKTION
8
UMFANG
7.5
GESAMTEINDRUCK
7.5
Leserwertung0 Bewertungen
0
POSITIV
Überzeugendes Konzept, überzeugendes Album.
NEGATIV
Die Bonus-Tracks hätte man auch noch mit auf das normale Album packen können.
7.3
PUNKTE

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