Foto: Wunderlich Verlag

Bill Napier – Nemesis

Irgendwo im All rast ein riesiger Asteroid – Codename Nemesis – auf die Erde zu. Der Aufprall würde große Teile des amerikanischen Kontinents vernichten. Eine Gruppe internationaler Weltraumspezialisten soll Nemesis unter den zahllosen Himmelskörpern des Sonnensystems ausfindig machen und die drohende Katastrophe verhindern. Die Spuren des tödlichen Asteroiden führen zurück ins 17. Jahrhundert, genauer: zu den Aufzeichnungen eines Mönchs namens Vincenzi, der für seine wissenschaftlichen Überzeugungen auf dem Scheiterhaufen starb…


Aha – eine weitere „großer, böser Asteroid rast auf arme, unschuldige Amerikaner zu“-Story. Sehr kreativ. Aber wegen der schönen Aufmachung des Buches beschließt man, wenigstens den Klappentext zu lesen. Und siehe da – die erste Überraschung! Diesmal kommt der Asteroid nicht nur aus reiner Spaß an der Freud auf unsere schöne Erde zu, nein diesmal ist er eine Waffe! Soweit, so neu. Das nun die Russen wiedereinmal die Wurzel allen Übels sind – na ja. Der Autor ist Amerikaner, da überrascht das nicht so sehr. Aber – oho! – der Held der Geschichte, ein Physikprofessor namens Webb ist kein Amerikaner sondern Europäer, ein Engländer, um genau zu sein. Das versöhnt wieder, also fängt man an, mal die ersten Seiten zu lesen. Und ist schon bald von einer Geschichte gefesselt, bei der sich der Autor alle Mühe gegeben hat, sie interessant zu gestalten. Dass es dabei bisweilen etwas überfrachtet wirkt, sei ihm verziehen. Auch die vielen physikalischen Formeln, die ja alle richtig sein und Napier Fachkenntnisse bescheinigen mögen, ansonsten aber langweilen, weil die meisten Menschen sie vermutlich eh nicht nachvollziehen können, überliest man wohlwollend.

Trotzdem ist es aber ein großes Vergnügen, Napiers Werk zu lesen, da der Autor sich selbst und sein Buch nicht absolut ernst nimmt, vielmehr geht er die ganze Sache mit einem Augenzwinkern an, und es ist durchaus spannend, zu erfahren, was passieren würde, wenn wirklich ein Asteroid auf unsere gute, alte Erde donnert. Die Einbindung der historischen Passagen um den Mönch Vincenzi hätte man etwas besser lösen können (vielleicht den historischen Teil vorneweg?), dennoch sind sie sehr interessant und unterhaltsam. Je weiter sich die Geschichte entwickelt, umso mehr macht es Spaß, Nemesis zu lesen, da es dann doch gewaltig von den üblichen „Armageddon“–Storys abweicht. Und nebenbei bemerkt – Bruce Willis wäre hier auch völlig fehl am Platz. Das einzige, was stört, sind die vielen Ortschaften und Ereignisse, die zwar alle ganz nett sind, jedoch leider recht oberflächlich behandelt werden. Der fehlende Tiefgang ist der größte Kritikpunkt, den man Napier anrechnen könnte. Noch einmal fünfhundert Seiten mehr – man hätte sie sicher mit Freuden gelesen.

Als Fazit kann man sagen: Tom Clancy meets „Deep Impact“ – cool. Absolut empfehlenswert für alle, die entweder das eine oder das andere mögen, auf Science Fiction stehen oder einfach nur mal einen spannenden Thriller lesen möchten.


Foto: Wunderlich Verlag

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