Foto: Roman Jasiek / AVALOST / Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz

Erste Kreuzfahrt-Insolvenz in der Corona-Pandemie: Pullmantur Cruises beantragt Gläubigerschutz

Man brauchte keine Kristallkugel um vorherzusehen, dass die anhaltende Corona-Pandemie, die neben vielen anderen wirtschaftlichen Bereichen auch die Kreuzfahrtindustrie in schwere Mitleidenschaft zieht, für manche Geschäftsaufgabe sorgen wird. Scheinbar hat das Virus nun also auch hier das erste Opfer gefordert: Pullmantur Cruises meldet Insolvenz an. Das berichtet heute das Branchenblog Schiffe und Kreuzfahrten und beruft sich dabei auf eine Pressemitteilung von Royal Caribbean Cruises.

Das spanische Unternehmen, das ein Joint Venture zwischen Royal Caribbean (49%) und der Investmentfirma Cruises Investment Holding (51%) darstellt, habe ein Gläubigerschutzverfahren nach spanischem Insolvenzrecht beantragt, heißt es auch bei cruisetricks.de.

Schon gestern wurden Meldungen bekannt, dass die Besatzungen auf zweien der drei Schiffe des Unternehmens auf das absolute Minimum reduziert wurden und im großen Stil Ausstattung und Inventar von der MS Monarch (Baujahr 1992) und MS Sovereign (Baujahr 1988) entfernt würden. Neben Kunstwerken ist auch die Rede von Navigationsgeräten und anderer technischer Ausstattung. Das dritte Schiff, die MS Horizon (BJ 1990) befindet sich derzeit auf dem Weg nach Salala (Oman). Es wird spekuliert, dass dies aber nur ein Zwischenstopp auf der Reise nach Europa sei.

Der CEO der Pullmantur Group, Richard Vogel (vormals auch CEO von TUI Cruises) betonte gegenüber cruisetricks.de, dass das Unternehmen explizit an einer Fortsetzung mit dem Ziel eines Neustarts arbeite. Momentan sieht es aber eher danach aus, als würden die vorhandenen Schiffe der Flotte darauf vorbereitet, verschrottet zu werden. Gästen, die Reisen mit Pullmantur gebucht haben möchte Royal Caribbean stattdessen anbieten, Alternativ-Kreuzfahrten mit der Flotte von Royal Caribbean oder Celebrity Cruises wahrzunehmen.

Jim Walker von Cruise Laws News hatte auf seinem Blog schon darüber spekuliert, dass die Anzeichen wirklich sehr auf Verschrottung stehen, gab aber an, dass es sich dabei lediglich um Gerüchte und Spekulationen handele. Dieser „cold layup“ genannte Zustand, in den die Schiffe derzeit geschickt werden, würde laut Experten einen Zeitaufwand von mehreren Wochen bedeuten, um die sie ggf. doch wieder in Betrieb zu nehmen. Indes hat das konkurrierende Unternehmen Carnival Cruises angekündigt, dass mindestens sechs Kreuzfahrtschiffe frühzeitig ausgemustert werden sollen. Einige werden laut Carnival-CEO Arnold Donald verschrottet, andere verkauft.

Auch die aktuelle Flotte von Pullmantur ist einigermaßen betagt und gilt als ineffizient. In jedem Fall hat sich seit Indienststellung des letzten Schiffes viel in Sachen Umweltschutz getan – und so einiges wird aufgrund des Alters der Schiffe diese nicht erreicht haben. Wer weiß, vielleicht wechselt ja das ein oder andere Schiff von Carnival zu Pullmantur. Oder innerhalb von Royal Caribbean wird ein Wechsel vorgenommen. Nach den durch die Coronakrise verursachten Verlusten auch im Mutterkonzern wird man bei Pullmantur – wenn man überhaupt wieder an den Start geht – wohl kaum um die Aneignung eines „gebrauchten“ Schiffes drumherumkommen. Nach einer Sanierung im großen Stil der bestehenden Flotte sieht das momentan einfach alles nicht aus. Zumal es sicher schon bekannt geworden wäre, wenn es entsprechende Pläne gegeben hätte.

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