Foto: Infinity Verlag

The Magdalena #1 (Infinity Verlag)

Das heißeste Katholiken-Babe seit Adams Eva gibt es jetzt auch endlich in Deutschland. Und das sogar früher als geplant. Zu verdanken haben wir diesen zeitigen Auftritt dieser meist in schwarz gekleideten Dame dem Infinity Verlag, der deutschen Top-Adresse für erstklassige Comics. Ursprünglich war ja geplant, die Magdalena-Miniserie im Rahmen der Top Cow-Sonderhefte im nächsten Jahr zu veröffentlichen. Da aber Infinity auf der diesjährigen Comic-Action in Essen nicht anwesend war, sich aber mit Joe Benitez und Marcia Chen die zeichnende und die schreibende Kraft hinter dieser schönen Serie in Essen angekündigt hatte, war man bei Infinity gewissermaßen unter Zugzwang. Und da Infinity seit je her als der innovationsfreudigste Verlag gilt, hat man sich für eine eher ungewöhnliche Maßnahme entschieden: die vorzeitige Veröffentlichung der Magdalena; als reine Sammlerausgabe. Am Inhalt ändert dies freilich wenig:

In einer Abtei in der Nähe von Paris, welche ein Zufluchtsort für Waisenkinder darstellt, wird einer der dortigen Priester ermordet. Es sieht nach dem Werk eines Vampirs aus, da der einst gute Mann bis auf den letzten Tropfen leergesaugt wurde. Man verständigt den Vatikan. Am nächsten Tag trifft die Magdalena am Ort des Geschehens ein. Magdalena ist so etwas wie ein katholischer Geheimagent, seit je her im Dienste und zum Schutze der Kirche tätig. Die erste aller Magdalenas war Zeugin der Wiederauferstehung Christi. Doch damit nicht genug; wurde sie doch auch von Ihm mit einer besonderen Gabe gesegnet, die auch alle ihre Nachkommen (welche übrigens immer weiblich sind) besitzen. Mittels dieser Gabe ist sie in der Lage, Sündern ihre Vergehen eindeutig und nachhaltig vor Augen zu führen und so jene schwarzen Schafe zur Einsicht zu zwingen. Während jene Magdalena also den Tatort untersucht und an der Beteiligung echter Vampire noch Zweifel hegt, ziehen sich über dem Vatikan dunkle Wolken zusammen. Kardinal Innocent, welcher jahrelang der Vormund der Magdalena war, empfängt einen ziemlich aufgewühlten Vater Jasper. Dieser gutgläubige junge Geistliche hat nämlich in seiner Kirche in Belgien Dinge gefunden, die, sollten sie an die Öffentlichkeit gelangen, den Untergang der katholischen Kirche bedeuten könnten! Derweil Innocent und Jasper entsetze Blicke wechseln, ist Magdalena dem Mörder des Priesters dicht auf den Fersen. Eine blutige Spur führt sie direkt auf einen Friedhof, wo sie auch fündig wird. Ein kleines Mädchen, über und über mit Blut besudelt, liegt dort auf dem Boden. Und wie sich Magdalena ihr nähern will, fällt das Mädel – welches übrigens jene markanten Eckzähne hat, die üblicherweise Vampire auszeichnen – über die Magdalena her. Was folgt, ist ein kurzer Austausch schlagender Argumente, in dessen Verlauf das Mädel mehr oder weniger unschön aufgespießt wird. Aber nicht nur, dass diese Aktion eigentlich völlig überflüssig war, nein, die Magdalena muss auch sehr bald erkennen, dass das Mädchen nicht alleine ist. Ihre Freunde sind zum Spielen gekommen…

Egal, ob man nun die englische oder die deutsche Fassung liest, an der Genialität dieses Heftes ändert das nichts. Verglichen zu Benitez‘ ersten Magdalena-Zeichnungen (damals in den The Darkness-Heften) wirken diese hier wesentlich ausgereifter, auch wenn der Meister noch immer nicht allzu viel von Hintergründen hält. Tyson Wengler koloriert gut, koloriert düster. Und wo Benitez nichts hinmalt, bleiben halt nur Farbverläufe übrig. Für mich ist ja die Magdalena der interessanteste Charakter, der aus dem Top Cow’schen Witchblade/Darkness-Universum hervorgegangen ist. Denn dieser kirchliche Background gibt genug her für viele interessante Geschichten. An der deutschen Ausgabe gibt es nichts zu meckern, wie immer konsequent gute Arbeit aller Beteiligten. Ob nun allerdings die durchgezogene Veröffentlichungsweise auf viel Gegenliebe stoßen wird, bleibt abzuwarten. In einer Zeit, in der alle Welt von einer schweren Krise des Heftchenmarktes spricht, zu Splitter-mäßigen Veröffentlichungsmethoden zurückzukehren halte ich nicht für soo sinnvoll. Aber die Leute von Infinity werden schon wissen, was sie tun. Mir als Variantfreak soll’s jedenfalls recht sein. Insgesamt hat mir das Heft gefallen; ich freu mich schon auf die nächste Ausgabe!

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