Foto: Piazza Verlag

Neil Gaiman – Sternwanderer

“Wenn ein Stern vom Himmel fällt…

Der junge Träumer Tristran ist unsterblich verliebt. Doch das Herz seiner Liebsten, der schönen Veronika, bleibt kalt. Tristran sieht nur eine Chance: Veronika verspricht ihm die Erfüllung seines sehnlichsten Wunsches, wenn er ihr einen Stern holt, der auf die Erde gefallen ist. Ohne Zögern macht sich Tristran auf den Weg ins Feenreich und stolpert in ein wildes, magisches Abenteuer.”

Dies ist so eines von diesen kleinen, aber feinen Büchern, die förmlich im Laden liegen und schreien “nimm mich mit”! Schon alleine vom äußeren Erscheinungsbild geht eine Faszination aus, der man sich nur schwer widersetzen kann. Aber auch der Inhalt weiß zu begeistern. Was sich im Klappentext nach einer eher seichten, voller Kitsch schon fast klebrigen Romantikstory anhört, entpuppt sich schon nach wenigen Seiten als ein ausgemachtes Fantasymärchen, das es wirklich in sich hat!

Allein der Prolog der Geschichte, in dem wir von Tristrans Vater und seiner kurzen, dennoch offensichtlich früchtetragenden Liaison mit einer Sklavin, welche auf dem einmal alle neun Jahre stattfindenden Markt in der Nähe des Dörfchens Wall für eine alte Hexe arbeiten muss, quillt geradezu über voller witziger und gleichermaßen charmanter Details.

Aber auch die eigentliche Geschichte, nämlich Tristrans Suche nach dem Stern, der auf die Erde gefallen ist und welchen er seiner Angebeteten zu bringen geschworen hat, ist wahrhaft bezaubernd. Denn Tristran trifft auf seiner abenteuerlichen Reise nicht nur Wesen, die ihm wohl gesonnen sind. Auch andere, finstere Gestalten haben ihre ganz eigenen Pläne mit der Sternschnuppe, die, wie Tristran nur allzu bald feststellt, wesentlich mehr als nur ein Gesteinsklumpen ist. Und diese Gestalten haben keinerlei Skrupel, ihre Ziele notfalls mit Gewalt durchzusetzen. Doch nicht nur Feinde hat er, der junge Tristran. Auch stehen ihm unter anderem kleine, etwas brummlige aber ansonsten jedoch liebenswürdige Trolle, sprechende Bäume und sogar ein Einhorn bei seinen Reisen zur Seite. Bis er jedoch mit seinem Stern nach Wall zurückkehrt, wo sowieso erstens alles anders kommt als es zweitens geplant war, haben Tristran und sein Stern eine Menge Abenteuer zu bestehen…

Nun könnte man ja leicht den Eindruck gewinnen, es handele sich hierbei um ein Kinderbuch. Zugegeben, wenn auch die Geschichte eher einfach gestrickt ist und locker aus einem Märchenbuch entstammen könnte, so sollte man sich doch nicht täuschen lassen. Denn stellenweise ist dieses Märchen doch recht blutig, und der durchgehend romantische Handlungsbogen wird hin und wieder durch einige eher düstere Passagen durchbrochen. Für mich ist “Sternwanderer” in Summe eines der besten Bücher, das ich seit langer Zeit gelesen habe und es hat sich auf Anhieb in die obersten Ränge meiner Lieblingsbücher katapultiert! Neil Gaiman beweist hier erneut, dass er nicht nur wunderbare Comics schreiben kann, sondern auch fantastische Märchen für Erwachsene – im wahrsten Sinne des Wortes. Das einzige, was man diesem Buch vorwerfen kann, ist: es ist definitiv zu kurz. Man ist so von der Geschichte gefesselt, dass man sich wünscht, sie würde nie enden. Daher meine absolute, unbedingte Kaufempfehlung an alle Neil Gaiman-Fans, an Leute, die mal was anderes lesen möchten und natürlich auch für jene, die romantische Märchen mögen !

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