Foto: John Spiers / Universal Music

CHVRCHES – EP (Japanese Edition)

Bislang waren Tonträger der Glasgower Synthiepop-Sensation Chvrches vor allem als Vinyl erhältlich. Und dann in Auflagengrößen die dazu führten, dass die Preise für die Scheiben unanständige Höhen erreichten. Ein Suche bei Discogs beispielsweise und Ihr wisst bescheid. Im Herbst erscheint endlich das Debütalbum des Trios, wer sich bis dahin aber dennoch lieber eine CD in die Sammlung schieben möchte anstelle der neuen Vinyl-Single “Gun”, muss nicht unbedingt bis dahin warten. Für den japanischen Markt wurde nämlich ein Silberling gepresst, der so ziemlich alle bisher bekannten Knüller beinhaltet und schlicht “EP” getauft wurde. Eines bekannten großen Onlinekaufhauses sei es gedankt, dass man sich umständliche Importe und demnach Zollgebühren etc. sparen kann. Chvrches “EP” bekommt man ganz bequem auch bei uns. Yay!

Nur für den Fall, dass Ihr in den letzten Monaten jenseits aller Medien existiert habt oder einfach “nur so” bisher nichts von den Chvrches gehört haben solltet, nachfolgend ein kurzer Abriss in Sachen Bandgeschichte. Wir haben es hier mit einer dreiköpfigen Electro-/Synthiepop-Band aus dem schnuckeligen Glasgow zu tun, die aus Lauren Mayberry (Gesang, Synthies), Iain Cook (Synthies, Gitarre, Bass, Gesang) und Martin Doherty (Synthies, Samplers, Gesang) besteht. Das Gründungsdatum der Band liegt irgendwo im September 2011.

Cook und Doherty hatten bereits im Vorfeld musikalische Erfahrungen und Verpflichtungen. Cook spielte in Bands namens Aereogramme und The Unwinding Hours, zudem schrieb er Musik für Film und Fernsehen. Doherty hingegen war Bühnenmusiker für The Twilight Sad. Beide kannten sich zudem schon eine ganze Weile, da sie zusammen auf die gleiche Uni gingen. Sängerin Mayberry hingegen spielt Piano seit Kindestagen und Drums, seitdem sie das Teenie-Alter erreichte. Und auch wenn sie im Alter von 15 bis 22 in verschiedenen Bands getrommelt hat, war ihr Weg anfangs jedoch ein anderer. Zunächst einmal absolvierte sie ein vierjähriges Jurastudium, gefolgt von einem Master in Journalismus. Das führte dazu, dass sie eine Weile als freie Journalistin arbeitete, ehe sie sich richtig der Musik zu wandte. Dann in Bands namens Boyfriend/Girlfriend und Blue Sky Archives.

Der Weg der drei Musiker kreuzte sich im besagten September. Cook produzierte gerade eine neue EP für Blue Sky Archives, startete parallel dazu ein neues Projekt mit Martin Doherty und fragte Mayberry, ob sie nicht ein paar Demos einsingen könnte. Gesagt, getan, gesungen. Anschließend verschanzte man sich in einem Kellerstudio in Glasgow und schrieb gute acht Monate an neuen Songs. Mit dem Ergebnis waren alle Beteiligten sehr zufrieden – und Chvrches war geboren. Was dann folgte, war ein komentenhafter Aufstieg, der das Trio bis ins Vorprogramm einiger Depeche Mode-Konzerte und zu inzwischen knapp 80tausend Facebook-Fans führte. Wohlgemerkt, ohne dass bis dato ein Album erschienen wäre! Wär sich jedoch einmal diesem erfrischenden, eingängigen Electrosound der Glasgower hingegeben hat wird gerne bestätigen, dass es sich hierbei um das nächste große Ding in diesem Genre handelt. Die vorliegende “EP” ist ein erstes Zeugnis dafür.

Eröffnet wird das Stück mit der aktuellen Single “Gun“. Eingängige, tanzbare Beats, flirrende Klangspielereien und Synthiewellen, die scheinbar direkt von den Ufern der 80er Jahre angespült wurden. Und der zuckersüße Gesang der zuckersüßen Sängerin Lauren. Das alles verschmelzen sie zu einer frischen, fetzigen Einheit, die klar macht, dass der Weg der Chvrches nur einen Weg kennen kann: nach oben. Steil. Das nächste Stück dieser EP ist “Recover“, das bereits ebenfalls im Vorfeld auf Vinyl erhältlich war. Teilweise wechselt die Vinyl inzwischen für über 100 Eurotaler den Besitzer. Gleiche Zutaten wie im vorangegangenen Song, aber mit einer bittersüßen, melancholischen Note versehen. Es folgt “Zvvl“, schwerfälliger und düsterer als bisher, zudem wird hier mitunter ganz knapp an heutzutage allgegenwärtige Dubstepmomente vorbeigeschrammt. Gerade noch mal Glück gehabt! Weiter geht es mit “Now Is Not The Time“, der schönsten electropopigen Herzschmerzhymne seit… öh… 1812? Keine Ahnung, aber wessen Herz hier nicht wenigstens erwärmt wird, der hat womöglich keines. Abgerundet wird die EP mit dem Cid Rim Remix von “Recover“, der ziemlich experimentell und spacig wirkt, sowie einem Jamie Isaac Remix von “Gun“. Dieser verwandelt das Stück in eine loungige Late-Night-Nummer. Richtig schick, aber für den Einsatz vor 22 Uhr eher nicht geeignet.


“The Mother We Share” wäre noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Aber ich will nicht jammern, schließlich versammelt diese EP ansonsten so ziemlich alles, was bisher über die verschiedensten (Social Media-) Kanäle in die Welt hinaus posaunt wurde. Zwar legt man beim Amazon seines Vertrauens ungefähr genauso viel Eurotaler auf den Tisch wie für ein komplettes Album, dafür erhält man aber auch eine schicke EP inklusive Booklet. Mit Lyrics in Japanisch und Englisch übrigens. Für Sammler klar eine Pflichtanschaffung, für alle anderen vielleicht das beste Mittelchen, um die Wartezeit auf “The Bones Of What You Believe” zu verkürzen. Möglicherweise steht uns damit das Album ins Haus, das noch ganz bequem an allen anderen Alben dieses Genres, die in diesem Jahr durchaus die Messlatte schon sehr hoch angelegt haben, vorbeizieht. Die Vorzeichen (wie etwa diese EP) lassen so etwas vermuten.


Erscheinungsdatum
9. Juli 2013
BAND/KÜNSTLER
CHVRCHES
ALBUM
EP (Japanese Edition)
LABEL
Hostess Entertainment
Unsere Wertung
7.3
CHVRCHES – EP (Japanese Edition)
FAZIT
"The Mother We Share" wäre noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen. Aber ich will nicht jammern, schließlich versammelt diese EP ansonsten so ziemlich alles, was bisher über die verschiedensten (Social Media-) Kanäle in die Welt hinaus posaunt wurde. Zwar legt man beim Amazon seines Vertrauens ungefähr genauso viel Eurotaler auf den Tisch wie für ein komplettes Album, dafür erhält man aber auch eine schicke EP inklusive Booklet. Mit Lyrics in Japanisch und Englisch übrigens. Für Sammler klar eine Pflichtanschaffung, für alle anderen vielleicht das beste Mittelchen, um die Wartezeit auf "The Bones Of What You Believe" zu verkürzen.
INHALT/KONZEPT
7
TEXTE
7
GESANG
7.5
PRODUKTION
8
UMFANG
7
GESAMTEINDRUCK
7.5
Leserwertung0 Bewertungen
0
POSITIV
Coole Remixe + schickes Artwork = stimmiges Paket für Fans und Sammler.
NEGATIV
In dieser Form leider nur in Japan erschienen und damit nur über Import erhältlich.
7.3
PUNKTE

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