Foto: Roman Jasiek / AVALOST

TUI und Royal Caribbean bauen Joint Venture aus: Hapag-Lloyd Cruises jetzt Teil von TUI Cruises

Die TUI AG hat heute verkündet, dass sie zusammen mit Royal Caribbean das Joint Venture TUI Cruises schneller wachsen lassen will – indem die Luxus-Marke Hapag-Lloyd Cruises in dieses Joint Venture eingebracht wird. Hapag-Lloyd Cruises soll demnach die zweite tragende Säule der bisher erfolgreichen Zusammenarbeit werden. Die Transaktion wird laut entsprechender Pressemitteilung mit 1,2 Milliarden Euro bewertet, man verspricht sich beschleunigtes Wachstum (sprich: Erschließung neuer Kundengruppen für Luxus-Kreuzfahrten), freiwerdende Mittel zur Stärkung der Konzernbilanz und eine Beschleunigung der digitalen Transformation.

TUI Vorstandsvorsitzender Fritz Joussen wird zu diesem Deal wie folgt zitiert: „Wir ändern die Gesellschaftsstruktur hinter der Marke und wachsen dadurch bei den Kreuzfahrten stärker, schneller und weniger kapitalintensiv. Gleichzeitig nutzen wir die freiwerdenden Mittel, um die digitale Transformation der TUI weiter voranzutreiben“ und weiter: „Die Identität der heutigen Schiffe, der Service, die Qualität und das Kundenerlebnis bleiben so individuell und einzigartig wie heute. Das bietet erhebliche Vorteile für den Konzern, die Expansion und unsere Investitionen. Produkte und Marken wie MS Europa und MS Europa 2 haben international Potenzial und Strahlkraft. Gleichzeitig finden die Finanzierung der Schiffe und das Wachstum weniger kapitalintensiv für uns als Gesellschafter des Joint Ventures statt. TUI und Royal Caribbean haben die Gesellschaft seit über zehn Jahren sehr partnerschaftlich entwickelt. Der beschlossene Ausbau ist strategisch wie wirtschaftlich der nächste große Wachstumsschritt für uns“. 

TUI Cruises wird weiterhin das Premiumsegment bedienen, während sich Hapag-Lloyd nach wie vor im Luxus-Bereich bewegen wird. Laut der Pressemitteilung setze man unverändert auf die jeweiligen Kernkompetenzen: Die starke Marke und die Vertriebskraft von TUI sowie die operative Expertise und Schiffbaukompetenzen von Royal Caribbean.

Der Kern der Wachstumsstrategie sei die Expansion der Marke Hapag-Lloyd Cruises. Weiterhin möchte man profitables Wachstum durch weniger Kapitaleinsatz zu erreichen, zumal TUI Cruises selbst durch die begrenzten Werftkapazitäten und der weltweiten Auslastung der Werften erst in den Jahren 2023, 2024 und 2025 durch Neubauten wachsen kann. Und so lange wie der Trend bei Kreuzfahrten als Reisesegment immer noch nach oben geht ist es nicht so überraschend, dass TUI und Royal Caribbean hier möglichst schnell möglichst viel vom Kuchen abbekommen möchten. Die bisherige 100%-ige Tochter Hapag-Lloyd ins Joint Venture einzubringen ist da also nicht nur schnell – sondern auch vergleichsweise kostengünstig. Fortan sind TUI und Royal Caribbean jeweils zu 50% an der Marke beteiligt. Diese Transaktion schönt natürlich die Bilanz der TUI AG, andererseits soll der Erlös aus dieser Transaktion der „Asset light“-Strategie zugute kommen, die Ende 2019 angekündigt wurde. Diese Maßnahme besagt, dass Wachstum und Investitionen bei Kreuzfahrten und Hotels weniger kapitalintensiv passieren sollen.

Weiterhin deutet die Pressemitteilung an, dass die Hapag-Lloyd-Flotte weiter wachsen wird. Ein neues Expeditionsschiff ist bereits in Auftrag geben und soll ab 2021 die Bremen ersetzen, die dann die Flotte verlassen wird. „Im Zuge der Transaktion ist es denkbar, dass die Luxus- und Expeditionsflotte in den nächsten Jahren weiter wachsen wird“, heißt es in der Pressemitteilung.

Hapag-Lloyd hat das vor ein paar Stunden auch in einem hübschen Erklärfilm zusammengefasst:

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Man darf gespannt sein, wie sich das auf die Konkurrenz in den eigenen Reihen auswirken wird, schließlich hatte Royal Caribbean erst 2018 Silversea Cruises übernommen – die mit ihrer Ausrichtung auf Luxus und Expeditionen im Prinzip die gleiche Zielgruppe ansprechen. Oder wer künftig bei TUI Cruises das Ruder in der Hand haben wird – Wybcke Meier oder Karl J. Pojer (CEO von Hapag-Lloyd). Wer weiß, vielleicht lässt man das Geschick des Unternehmens künftig von einer Doppelspitze führen. Herr Pojer jedenfalls bestätigt in einem gerade veröffentlichten Blogeintrag noch einmal das, was sich letztendlich vermuten ließ: Die Struktur im Hintergrund ändert sich, ansonsten ist für Reisende erst einmal nichts anders.

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